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Die Blumenauer Fabrikantenfamilie Fritzsche in den 1950er Jahren - eine deutsch-deutsche Geschichte
Auszüge aus Geschäftsberichten 1961 bis 1963 - vom Sinn und Unsinn des Gütezeichens

Quelle:
Ulf Leinweber (Herausgeber) BAUKÄSTEN Technisches Spielzeug vom Biedermeier bis zur Jahrtausendwende
Drei Lilien Edition
(Anmerkungen/Korrekturen J.K.)

Carl Fritzsche
1957 - 1972 KG (nach Aufnahme staatlicher Beteiligung)
(1896 - 1941) Baukasten- und Holzstoff-Fabrik
Blumenau, 1873 - 1972

Hersteller von Holzbaukästen aus zum Teil bemalter Buche: Gebäude-Baukasten Der Vielseitige (1930er Jahre, Baukasten von Städten, Schlössern, Flughäfen etc.), Baby-Baukasten (1930er Jahre, abwaschbare Teile), Der neue Wehrmacht-Baukasten (nach 1933), Der neue Baukasten mit S.A. (1934, 6 Größen), Modellbaukasten Armator (1934, mit Federmotor und einem oder 2 Laufwerken, hergestellt von der Nürnberger Laufwerkfabrik Paul Weiß, Inh. Ernst Weiß), Armator Automobil-Baukasten (mit Laufwerk), Soldaten-Baukasten (um 1935), Dorfbaukasten (1936), Aero (auch noch um 1958 produziert), Der deutsche Baukasten (um 1940), Fassaden-Baukasten Modernes Bauen (1962 richtig: 1960 oder früher, farbige Bausteine), Blumenauer Holzbaukästen, Brückenbaukästen, Städtebaukästen, Auto- und Flugzeugbaukästen, Baukästen in der Streichholzschachtel. Die Produktion ähnelt sehr derjenigen der Firmen E. Reuter und Louis Engel. 1966 erfolgte der Anschluß der Firma Gotthard Drechsel. 1972 wurde die Firma als VEB Holzspielwaren Blumenau verstaatlicht. Carl Fritzsches Sohn Willi ging nach dem 2. Weltkrieg nach Burgdorf und begründete dort die Burgdorfer Baukastenfabrik W. Fritzsche.

Literatur
DS/DSZ 1930ff.; DSA 1935ff.; BACHMANN 1985; CHEMNITZ 1998, S. 60-63, 100-106; ESSLINGEN 1996, S. 74; NOSCHKA/KNERR 1986, S. 38f. u. Abb. 40-42; WOLF 1995, S. 46



Abkürzungen Literatur:

  • BACHMANN 1985  Manfred Bachmann (Hrsg.): Der Universal-Spielwaren-Katalog 1924 mit Neuheiten-Nachtrag 1926
  • DS Das Spielzeug [=Fortsetzung der DSZ, Jg34/II. Teil u. Jg.35] Pößneck 1943/44, sowie Jg.39ff., Bamberg 1949ff.
  • DSA Deutsches Spielwaren-Adreßbuch (West-Deutschland und West-Berlin). 3. Ausgabe, Berlin 1935, und 6. Ausgabe, Bamberg 1950
  • DSZ  Deutsche Spielwaren-Zeitung.Jg. 1 - 34, H. 4, Nürnberg/Berlin/Bamberg 1909-43
  • CHEMNITZ 1998   legen, stecken, schrauben - spielend bauen. Begleitschrift zur Ausstellung des Industriemuseums Chemnitz gemeinsam mit dem Deutschen Spielemuseum e. V. vom 15. November 1998 bis zum 31. Januar 1999. Herausgegeben von Jörg Feldkamp. Chemnitz 1999
  • ESSLINGEN 1996   Stadtmuseum Esslingen (Hrsg.): Zum Bauspiel. Ausstellung historischer Baukästen, Sammlung Tobias Mey. Stadtmuseum Esslingen, Schwörhaus Esslingen, 10.12.1995 - 3.3.1996. (Esslingen 1995)
  • NOSCHKA/KNERR 1986  Annette Noschka / Günter Knerr: Bauklötze staunen. Zweihundert Jahre Geschichte der Baukästen. München 1986
  • WOLF 1995 ???
  • (J.K.) Die Literaturstelle ist im Buch nicht aufgeführt. Es handelt sich um: Blumenau - Geschichte und Gegenwart, Druckerei Olbernhau GmbH 1995