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Quelle: Ulf Leinweber (Herausgeber) BAUKÄSTEN Technisches Spielzeug vom Biedermeier bis zur Jahrtausendwende
Drei Lilien Edition

(Anmerkungen J.K.)
F. Ad. Richter & Cie. KG
1947 - 1956 VEB Ankerwerk
1957 - 1972 VEB (K) Anker-Steinbaukasten
Duisburg, 1868 - 1873
L-Luxemburg und NL-Nimwegen, 1873
Nürnberg, 1873 - 1877
Rudolstadt, 1877 - 1963


Das von dem aus Herford stammenden Friedrich Adolf Richter (1846 - 1910) als chemisch-pharmazeutische Firma gegründete Unternehmen produzierte seit dem 15. März 1877 in Rudolstadt, mit Filialen in der Schweiz, in Prag, Rotterdam, St. Petersburg, Wien (1888 - 1931, Erste Öst.-Ung. Steinbaukastenfabrik) und New York, einer eigenen Glashütte im Bayerischen Wald sowie einer Verlagsanstalt in Leipzig. 1910 übernahm Richter die Rudolstädter Steinbaukastenfabrik Paul & Georg Keller.
Bekanntestes Erzeugnis waren die seit 1880 hergestellten und weltweit vertriebenen Steinbaukästen, vor 1895 unter Bezeichnungen wie Das Bauen mit wirklichen Steinen (mindestens 3 Größen) und einem roten Eichhörnchen-Symbol, mit Beginn der !Neuen Folge! 1895 unter dem Namen Anker-Steinbaukasten und dem Anker-Logo. Aus dem gleichen Material wurden seit Mai 1891 neben den Baukästen Tangrams (Denk- und Geduldspiele) gefertigt. Daneben umfasste die Produktion der Firma Richter noch Mosaik- und Mah-Jongg-Spiele, pharmazeutische Geheimmittel, Kosmetika, Schokoladen, Liköre, Lebkuchen, Schallplatten, mechanische Musikinstrumente und Reklamesammelbilder.
Für die Steinbaukästen entwickelte Richter ein System, innerhalb dessen sich die Baumöglichkeiten durch den Zukauf von Ergänzungskästen oder größerer Grundkästen (der größte, Größe 34 "Lyck", um 1920, enthält 3.861 Steine und ist mehrere Zentner schwer!) schrittweise erweitern ließen. Ab 1895 kam noch ein Brückenbaukasten mit vernickelten und später farbigen Eisenteilen hinzu, 1901 ein Brückenergänzungskasten, ab 1912 zusätzlich der Anker-Landhaus-Baukasten (mit neuen Steinformen) und die Reihe Amerikanische Landhäuser und 1915 - 1918 Festungsbaukästen mit feldgrauen Steinen. Im kleinkalibrigen Format erschienen der Orion (seit 1906 in 9 Größen; um 1920 auch im großkalibrigen Format) und in enger Verwandschaft mit ihm Der Comet-Steinbaukasten (seit 1901, mindestens 5 Kästen mit vernickelten Eisenteilen) sowie der Adler (um 1905/10, mindestens 3 Größen), alle oft ohne Herstellerhinweis. Die Kästen wurden besonders häufig in die USA verkauft (der Adler als Richter!s Popular Eagle Blocks), aber auch unter wechselnden Bezeichnungen nach Osteuropa (Orlov, Turil oder SAS für den Adler).
Seit 1906 trugen die Baukästen Städtenamen. 1913 wurde das Sortiment durch die Herausgabe einer Metallbaukastenreihe Imperator ("Der kleine Anker-Ingenieur") erweitert (3 Größen, mit Klemmspangen, ohne Schrauben, Fertigung bis um 1926). 1916 erschienen der Künstler-Modell-Baukasten Liebe Heimat, vor 1923 aus der gleichen Reihe das Bürgerheim, Anfang der 1920er Jahre der Miniatur-Steinbaukasten Heinzelmännchen (gedacht als Reisespielzeug).
1922 bot die Firma zudem auch Anker-Universal-Holzbaukästen an: Baby, Jugendfreunde und Richters Dörffel-Holzbaukasten. Als die Firma Matador Plagiatsprozesse gegen Richter gewann, stellte dieser die Produktion der Holzbaukästen ein. 1923 (bis vor 1930) erschien dann Richters Anker-Metall-Baukasten. 1924 kam die "Neue Reihe" für Industriebauten heraus. Anfang der 1930er Jahre waren dann wieder vermehrt Burgen- und Festungsbaukästen im Programm. Nach dem 2. Weltkrieg stellte man 1947 - 1959 zur Verbesserung der Statik Steine mit symmetrischen Noppen- uund Passlochreihen her. 1957 wurde Der kleine Gernegroß als Neuauflage des Heinzelmännchen gefertigt. In den 1950er Jahren kam ferner ein Tunnel und Portal-Baukasten heraus, 1955 dann ein Anker-Modell-Steinbaukasten für die Eisenbahn-Spur 00. Außerdem wurden in den 1950er Jahren wieder Anker-Universal-Holzbaukästen hergestellt. Seit 1994 originalgetreue Neuauflage einzelner Kästen, ab 1995 herausgegeben durch Modellbausteinspiele GmbH (richtig: Anker Steinbaukasten GmbH). Auch die Noppensteine werden seit 1995 in Taucha wieder hergestellt Spielwaren GmbH & Co.

Literatur
DSA 1941, S. 57 u. 92; DSZ 1909ff.; MCS 2 u. 5 (Slg. Frank A. Beadle, A. B. Ibanez);CHEMNITZ 1998, S. 26ff., 99f., 104, 106, 108 u. 111; HAHN 1986; HAHN 1996, KEVELAER 1996, S. 9, 12 - 16 u. 18f.; MENZEL o.J., S. 7; NOSCHKA/KNERR 1986, S. 19 - 23, 50 - 61 (mit irrigen Angaben zum "Imperator") u. 146; PARZER/BELMONTE (1995), S. 93 - 97; PARZER/BELMONTE 1998; RIEHEN 1988, S. 11 - 15; RUDOLSTADT 1993; SP 1/1991, S. 29 - 32; WUNDERLIN/GRIEBEL, 1993, S. 21 - 26; SCHWARZ/HENZE/FABER 1995, S. 49f.; ZWIJENBERG 1982, frdl. Mitteilungen v. Ehepaar Renate und Dr. Otto Hahn, Kranichfeld, Frau Bähring, Stadtarchiv Rudolstadt, sowie Herrn Rudolf Göttlicher, Wien.

Abkürzungen Literatur:
  • DSA   Deutsches Spielwaren-Adreßbuch (West-Deutschland und West-Berlin). 3. Ausgabe, Berlin 1935, und 6. Ausgabe, Bamberg 1950
  • DSZ   Deutsche Spielwaren-Zeitung.Jg. 1-34, H.4, Nürnberg/Berlin/Bamberg 1909-4
  • MCS   Frank Beadle (Ed.): Metal Constructional Systems. Parts I - V, Darlington 1989-90
  • CHEMNITZ 1998   legen, stecken, schrauben - spielend bauen. Begleitschrift zur Ausstellung des Industriemuseums Chemnitz gemeinsam mit dem Deutschen Spielemuseum e. V. vom 15. November 1998 bis zum 31. Januar 1999. Herausgegeben von Jörg Feldkamp. Chemnitz 1999
  • HAHN 1986   
  • HAHN 1996   
  • KEVELAER 1996   
  •    
  • MENZEL o.J.   
  • NOSCHKA/KNERR 1986   Annette Noschka / Günter Knerr: Bauklötze staunen. Zweihundert Jahre Geschichte der Baukästen. München 1986